Häufig gestellte Fragen zum "Motorsägen-Lehrgang"

Wir werden mit telefonischen Anfragen und Mails überhäuft. Deshalb hier einige Infos rund um das Thema "Motorsägen-Lehrgang".

Bitte beachten Sie:

Die nachfolgenden Aussagen beziehen sich nur auf Baden-Württemberg!

Wofür wird ein Motorsägen-Lehrgang benötigt?

Waldbesitzer können von Privatpersonen, die auf deren Waldflächen Brennholz aufarbeiten möchten, den Nachweis über die Teilnahme an einem Motorsägen-Lehrgang verlangen.

Dies gilt sowohl für das Einschneiden von bereits am Waldweg liegendem Holz, als auch für die Aufarbeitung von sogenannten Flächenlosen, bei denen das Holz noch in der Waldfläche liegt.

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Gilt dies generell und überall in Baden-Württemberg?

Wenn Sie das Brennholz im Staatswald, also beim Landesbetrieb ForstBW erwerben, benötigen Sie für die Aufarbeitung auf jeden Fall einen Motorsägen-Grundlehrgang. Eine Ausnahme hiervon ist nur möglich, wenn Sie nachweisen können, dass Sie die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten im Rahmen einer Berufsausbildung erworben haben (z.B. als Forstwirt/-in).

Ansonsten sind die Bedingungen für die Aufarbeitung von Brennholz durch private Selbstwerber abhängig vom Waldeigentümer. Im Kommunalwald oder Privatwald können unter Umständen andere Regelungen gelten.

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Weshalb ist ein Motorsägen-Lehrgang beim Landesbetrieb ForstBW erforderlich?

Die Waldarbeit ist eine der gefährlichsten Arbeiten überhaupt und insbesondere der Umgang mit der Motorsäge erfordert zumindest Grundkenntnisse zur sicheren Handhabung und den Arbeitstechniken. Da die Brennholzkunden diesbezüglich sehr unterschiedliche Vorkenntnisse und Erfahrungen aufweisen, wird durch einen Motorsägen-Grundlehrgang ein einheitlicher Mindeststandard für den Einstieg in die Brennholzaufarbeitung sichergestellt.

Hinzu kommt, dass der Staatswald in Baden-Württemberg zertifiziert ist. Beide Zertifizierungssysteme (PEFC und FSC) fordern in ihren Richtlinien, dass private Brennholz-Selbstwerber die Teilnahme an einem Motorsägenlehrgang nachweisen müssen.

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Welche Arten von Motorsägen-Lehrgängen gibt es?

Meist ist nur allgemein vom „Motorsägenlehrgang“ die Rede, jedoch gibt es unterschiedliche Lehrgänge. Die öffentlichen Unfallversicherungsträger (DGUV und SVLFG) haben im Jahr 2015 eine gemeinsame Festlegung zu den Inhalten der Ausbildung an der Motorsäge getroffen. Die Informationsschrift „Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung von Baumarbeiten“ (DGUV-I 214-059) enthält sämtliche Anforderungen an die inhaltliche und zeitliche Gestaltung sowie das eingesetzte Ausbildungspersonal. Auch wenn private Brennholzselbstwerber nicht zum Kreis der Versicherten gehören, so handelt es sich hierbei um einen Standard, der von den Unfallversicherungsträgern gegenseitig anerkannt ist und somit auch den Anforderungen der Zertifizierungssysteme genügt.

Die DGUV-Information 214-059 weist 4 Module aus:

Modul A                    Grundlagen der Motorsägenarbeit

Modul B                    Baumfällung und Aufarbeitung

Modul C und D         Arbeit mit Motorsägen in Arbeitskörben von Hubarbeitsbühnen und Drehleitern

 

Der von ForstBW angebotene zweitägige Motorsägen-Grundlehrgang für private Brennholz-Selbstwerber entspricht dem Modul A, der dreitägige Holzernte-Grundlehrgang entspricht dem Modul B.

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Wie läuft ein Motorsägen-Grundlehrgang ab?

Der Motorsägen-Grundlehrgang nach DGUV-I 214-059 Modul A umfasst zwei zusammenhängende Lehrgangstage mit insgesamt 16 Unterrichtseinheiten zu 45 Minuten. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Anforderungen aus den Unfallverhütungsvorschriften und Regeln der Unfallversicherungsträger, der Umgang mit Motorsägen und Werkzeug sowie der Arbeitseinsatz unter Praxisbedingungen (Arbeit am liegenden Holz und Fällung von Schwachholz).

Sowohl für den theoretischen als auch für den praktischen Teil wird eine personenbezogene Erfolgskontrolle durchgeführt. Die erfolgreiche Teilnahme ist Voraussetzung für die Ausstellung einer Teilnahmebescheinigung und für die Absolvierung des Moduls B.

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Bin ich mit einem Motorsägen-Lehrgang zur Fällung schwieriger Bäume qualifiziert?

Nein!

Forstwirte und Forstwirtinnen, die Profis in der Waldarbeit, absolvieren eine 3-jährige Ausbildung an der Motorsäge. Die Fällung eines Baumes ist eine (lebens-)gefährliche Tätigkeit! In einem zweitägigen Motorsägen-Grundlehrgang werden nur einige Grundlagen für die Handhabung der Motorsäge und die Fällung von "einfachen Bäumen" vermittelt.

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Können auch Jugendliche an einem Motorsägen-Grundlehrgang teilnehmen?

Grundsätzlich liegt das Mindestalter für die Teilnehmer/-innen bei 18 Jahren. Lediglich wenn der Motorsägen-Lehrgang im Rahmen einer beruflichen Ausbildung absolviert wird (z.B. Ausbildung als Forstwirt/in, Landwirt/-in) können auch Jugendliche ab 15 Jahren an einem Motorsägen-Lehrgang teilnehmen.

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Wer bietet Motorsägen-Grundlehrgänge an?

Motorsägen-Grundlehrgänge werden vom Landesbetrieb ForstBW, den Unfallversicherungsträgern DGUV und SVLFG und vielen privaten Anbietern durchgeführt.

Hinweise zu entsprechenden Lehrgängen finden Sie in Tageszeitungen und Mitteilungsblättern der Gemeinden.

Sie können sich bei der für Sie zuständigen unteren Forstbehörde im Landratsamt nach einem Motorsägen-Grundlehrgang erkundigen. Eine Liste der Schulungsstandorte bei ForstBW finden Sie unter:

Link: Fortbildungsangebot der Stützpunkte

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Worauf muss ich achten, damit mein Lehrgang anerkannt wird?

Im Staatswald Baden-Württemberg werden Motorsägen-Grundlehrgänge, die nach dem 01.01.2016 absolviert wurden, nur noch anerkannt, wenn sie sowohl inhaltlich als auch zeitlich den Vorgaben des Moduls A der DGUV-Information 214-059 entsprechen. Dies muss aus der Teilnahmebescheinigung hervorgehen. Bereits davor absolvierte Motorsägen-Grundlehrgänge, die anerkannt waren, werden auch weiterhin anerkannt.

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Was kostet ein Motorsägen-Grundlehrgang?

Beim Landesbetrieb ForstBW kostet der zweitägige Motorsägen-Grundlehrgang derzeit 180 Euro. Als Privatwaldbesitzer und SVLFG-Mitglied erhalten Sie von der SVLFG einen Zuschuss in Höhe von 30 Euro.

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